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ST TRINITATIS (Gottesackerkirche)

Die Gottesackerkirche, ursprünglich die Begräbniskirche der Stadt,ist ein rechteckiger Turm-und Apsis loser Saalkirchenbau mit hervorspringenden Risalite auf allen vier Seiten.

Sie ist die jüngste evangelische Kirche der Stadt.

Erbaut wurde sie 1733-34 auf dem ehemaligen Grund und Boden der hiesigen Tuchmacherinnung
( erworben von der Stadt 1733) durch die Baumeister/Maurermeister Burkhard Weißenborn, Johann Christian Höpfner, Johann Christian Schneider,Johann Daniel Schneider, Johann Caspar Liebetreu, Johann Georg Berleßen und Johann Burckhardt Weißenborn

Als Baumaterial dienten Steine der, im 11 Jhd angeblich von Ludwig dem Springer erbauten, Marienkirche

( Die Marienkirche, auch: S.Maria zur Kluft oder St Beatae Mariae,lag in der Niederhöfer Vorstadt und war ( laut Gustav Sommer) noch 1539 in gottesdienstlichen Gebrauch. Sie verfiel jedoch nach Einführung der Reformation 1539 zusehends und wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört.

Ihr Mauerwerk wurde ab 1627 abgerissen und 1733-1734 ihre Steine zum Bau der Gottesackerkirche genutzt. ( Reste einer Mauer waren noch im 19 Jhd. Vorhanden ))

Aus der Marienkirche wurden in die Gottesackerkirche übernommen:

  • das zur Gruft führende gotische Portal an der Westseite mit Totenschädel und Umschrift TALIS ERIS (So wirst auch du einst sein) über dem Bogenscheitel
  • das in die Mauer am Treppenaufgang eingesetzte Marienbild aus Kalkstein

  • das an der nördlichen Innenwand befindliche Relief „Das jüngste Gericht“

Eingeweiht wurde die Kirche in einer feierlichen Prozession am 15.3 1739

Der Bau wurde, zum größten Teil, von den Einwohnern und dem Rat der Stadt Langensalza finanziert

Über dem Hauptportal der Kirche befindet sich eine Kartusche welche dem damaligen Landesherren Herzog Christian von Sachsen Weißenfels gedenkt

(Er spendete auch 50 Taler zum Bau)

Im westlichen Giebel befindet sich ein Steinbild welches eine offene Schere zeigt, dies ist ein Zeugnis für die Mitwirkung der Tuchmacherinnung beim bau der Kirche

Der Kanzelaltar wurde gestiftet von den Bürgern des Neustädterviertels im Jahre 1734

Der Barocke Altar, hergestellt vonPeter Paul Grassi zeigt , unter der Kanzel, die Grablegung Christi.

Links und rechts des Kanzelkorbes befinden sich Mose und Aaron und über der Kanzel zeigt ein Bild die Himmelfahrt Elias.

Links neben dem Kanzelaltar befinden sich zwei Epitaphien

Johann Christoph Fornfeist 1648-1701

Mitbegründer der Seidenwirkerinnung und Erbauer des Herkuleshauses

(Das Herkuleshaus, Vor dem Schlosse 20, erbaut 1688 ist eines der höchsten Bürgerhäuser der Stadt. Seinen Namen hat es von der Bildschnitzerei an der südlichen Hausecke, welches den Kampf des Herkules mit dem Löwen zeigt.)

Christian Zeumer 1626-1696
Tuchmachermeister, Ratsoberkämmerer und Handelsmann

Die Flachgewölbte Decke besitzt Stuckverzierungen von dem Italiener Giovanni Batista Mineti und
Deckengemälde von einem Ortsansäßigem Maler namens Zipf ( laut G.Münch).
Die Malereien wurden in den 1950er Jahren von J. Hellgrewe restauriert.

Die 2 Manualige Orgel von Fr. Erdmann Petersilie stammt aus dem Jahre 1869

Verfasser: Marcel Teichmüller